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Die Oldtimerseite

Hier sollen verschiedene geschichtliche Aspekte der Fliegerei behandelt werden.

Anfangen möchten wir mit dem geschichtlichen Boden in Böblingen: Dem ehemaligen Verkehrsflughafen Stuttgart - Böblingen und dem unwiderruflich verknüpften Namen Hanns Klemm mit seinen Flugzeugwerken.

Außerdem möchten wir hier berühmte und weniger berühmte Motor- und Segelflugzeuge vorstellen und zum Nachbau anregen.

Ausschlag für diese neue Rubrik war, dass selbst manche Vereinsmitglieder nichts mit den historischen Hintergründen auf Böblingens Boden anfangen konnten. Das soll sich ändern !

Falls jemand Dokumente oder Berichte zu diesem oder anderen Themen beisteuern möchte, ist aufgerufen dies zu tun.
 

"Das Flugmodell ist die Keimzelle der Flugtechnik"

"Die Entwicklungsgeschichte des Flugmodells ist die Geschichte des Flugwesens, und die Erfindung des ersten freifliegenden Modells ist die Geburtsstunde der Fliegerei"

(Prof Alexander Lippisch)


Interessante Links zum Thema

Oldtimersegler in Holzbauweise ...

RETROPLANE 2009

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Doppelschlepp SG-38 auf dem Wächtersberg

Verkehrsflughafen Stuttgart - Böblingen
 

Der ehemalige Verkehrsflughafen Böblingen rückt zur Zeit wieder mehr in den Vordergrund. Lange Jahre wurde das Areal durch die amerikanische Streitkräfte als Lagerstätte genutzt. Seit geraumer Zeit wurde das Flugfeld "zurückerobert". 2007 soll nun nach langen Sanierungsarbeiten die gewerbliche Nutzung folgen. Es wurden Straßen gelegt, die am 15. Juli 2007 offiziell der Bürgerschaft übergeben werden. Dazu werden auch wir eine kleine Rückschau mit Flugmodellen darbieten. Der Flughafen ist unwiderruflich mit den Hanns Klemm Leichtflugzeugen verbunden. Diese wurden auf dem Gelände des Flugfeldes konstruiert und gebaut. Diesem Umstand ist eine Vorführung von Klemm-Flugmodellen gewidmet.
 


Hanns Klemm - Leichtflugzeuge
 

Der Werdegang Hanns Klemms war nicht geradlinig, sondern er war vielen äußeren Einflüssen ausgesetzt.
Er studierte zunächst Bauingenieurwesen in Stuttgart. Nach seiner Diplomprüfung war er bei den Württembergischen Staatsbahnen tätig,. Ab 1909 war er Assistent am Lehrstuhl für Brücken-, Tunnel- und Grundbau an seiner Hochschule, wo er 1911 zum Regierungsbaumeister ernannt wurde.
Bei der Kaiserlichen Werft in Danzig konnte er sich wieder mit seinem Studiengebiet, dem Stahlbeton- und Stahlhochbau befassen. Erst im April 1917 kam er mit der Fliegerei in Berührung, er wurde Statiker und Eisenkonstrukteur bei der Luftschiffbau Zeppelin GmbH in Friedrichshafen und kam mit Claude Dornier in Berührung. Dort lernte er den Metall-Flugzeugbau kennen. Doch bald wechselte er zu Ernst Heinkel und zu dessen Hansa-Brandenburg-Flugzeugwerken in Briest und sah dort noch die Vorteile der Gemischtbauweise.
1918 war er dann als leitender Konstrukteur beim Daimler-Flugzeugbau in Sindelfingen tätig, wo er das Jagdflugzeug Daimler L 11 und den Aufklärer Daimler L 14 projektierte und baute. Hier erkannte er die große Bedeutung von Holz als Baustoff für den Flugzeugbau.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Flugzeugwerk in eine Entwicklungs- und Fertigungsstätte für neuartige Autokarosserien umgewandelt. In dieser "flugzeuglosen" Zeit entstand bei ihm die Idee der Leichtflugzeuge, die seinen Namen später weltbekannt machen sollten. Leicht, von hoher Festigkeit bei geringem Gewicht und einfach zu verarbeiten. Die Flugzeuge sollten aerodynamisch hochwertig und mit geringer Masse und niedriger Flächenbelastung ausgestattet sein, damit auch ein Motor mit schwacher Leistung ausreichte. Dieses Ziel verfolgte er zunächst noch unter der Führung von Daimler und schloss dort mit der Daimler L 20 ab.

Klemms Erstling, die Daimler L 15, in Fortsetzung der Zählweise seiner beiden vorangegangenen Kriegsflugzeugkonstruktionen so bezeichnet, war ein Leichtflugzeug mit einem nur 7,5 PS (5,5 kW) starken Indian-Motorradmotor. Im Frühjahr 1919 gab es jedoch schon bei Rollversuche Bruch. Neu aufgebaut, zunächst als Segelflugzeug erprobt und schließlich mit einem 12 PS (8,8 kW) Harley-Davidson-Motor ausgestattet, machte sein neuer Mitarbeiter, Dipl.-Ing. Martin Schrenk, damit Aufsehen erregende Flüge. Unter anderem nahm die L 15, diesmal auf Schwimmern, 1924 an der „Bodensee Flugwoche“ teil. Er brachte Klemm dazu, anstelle des wohlabgerundeten Rumpfes der L 15 beim nächsten Entwurf, der L 20 (immer noch als Daimlerflugzeug), einen nun einfach zu bauenden vierkantigen Rumpf vorzusehen. Dieses Flugzeug, von dem mehr als 100 Stück gebaut wurden, war mit einem nur 20 PS (15 kW) starken Motor aus dem eigenen Haus, einer Konstruktion von Ferdinand Porsche versehen und ging bald in alle Welt.

1926 machte sich Klemm dann selbstständig und gründete die Leichtflugzeugbau Klemm GmbH in Böblingen. Mit einer L 20 machte Freiherr Friedrich-Karl von König-Warthausen 1928 einen Aufsehen erregenden Flug bis nach Bangkok und Singapur, von dem er in zwei Büchern berichtete und der ihm den Hindenburg-Pokal, die höchste deutsche Auszeichnung für fliegerische Leistungen, einbrachte. Dieselbe Auszeichnung erhielt vier Jahre später auch Elly Beinhorn, nachdem sie mit einer Klemm Kl 26 mit Argusmotor um die Welt geflogen war. Die Flugschule, die der Firma angeschlossen war, brachte viele später sehr bekannt gewordene Flieger hervor.

(Diese Zusammenfassung basiert auf der Beschreibung Hanns Klemms in der Freien Enzyklopädie WIKIPEDIA http://de.wikipedia.org/wiki/Hanns_Klemm)
 


Oldtimersegler - Rhönbussard
 

In den Anfängen des Segelflugs waren viele Köpfe dabei, die Fliegerei verstehen zu lernen. Es gab vielerlei Ansätze, die oft bei Fliegertreffs auf verschiedenen Bergeshügeln entwickelt und weitergesponnen wurden. Es waren oft "fachfremde" Menschen, die einfach mal was probierten, aber auch Kenner und Könner.

Eine große Keimzelle stellten die vielen Rhönwettbewerbe auf der Wasserkuppe bei Gersfeld bzw. Poppenhausen dar. Diese Zeit brachte viele richtungweisende Konstruktionen hervor, wobei natürlich auch die Zahl der akademischen Vereinigungen einen großen Teil beigetragen haben.

Eine interessante Konstruktion brachte Hans Jacobs 1933 daher. Er entwarfen nach seinem Rhönadler für Alexander Schleicher den Rhönbussard. Er sollte besser sein als das Grunau-Baby aber das gleiche Profil bekommen. Sein stromlinienförmiger Rumpf, besaß ein höheres Längenverhältnis und der Flügel wurde als freitragende Struktur ausgelegt. Hieraus erhoffte man sich eine bessere Leistung.

DATEN

Spannweite 14,4 m
Flügelfläche 14,1 m2
Länge 5,8 m
Längenverhältnis 14,5
Leergewicht 150 kg
Zuladung 95 kg
Flächenbelastung 17,4 kg/m2
Geringstes Sinken 0,75 m/s
Flügel-Profil Gö 535

Gesamtzahl

220 St.

Der Flügel war zweiteilig mit einem starken Holm aus Kiefer ausgelegt und wurde an der Nase mit Furnierholz vollbeplankt. Dies war nach Ansicht Jakobs wichtig um das Verdrehen beim Drücken zu verhindern und die Tragfläche starr zu halten. Nach dem Holm wurde das Gerippe nur mit Gewebe bespannt. Das Querruder bekam einen Hilfsholm und wurde zur Stabilität diagonal verrippt.

Der Flügel war eben und nicht wie damals üblich, ein Mövenflügel. Er besaß ein rechteckigen mittleren Abschnitt mit sich verjüngenden äußeren Flügelohren und gerundeten Spitzen. Der Rumpf war pummelig und hatte reichlich Raum für den Piloten in trotzdem kurzen Knollennase. 

Der Prototyp erschien 1933 auf dem Rhön Wettbewerb und obwohl er keine großen Leistungen gegenüber den aufwändigen  Maschinen Hirths wie der
20 Meter Moazagotl und Windspiel hatte, erregte der Rhönbussard doch Aufmerksamkeit bei den Piloten. Hierauf hagelte es Aufträge und es wurde eine ganze Serie von Rhönbussards hergestellt. 

Beim folgenden Rhön Treffen 1934 waren sechzehn Rhönbussard anwesend.
Es war die größte Anzahl eines Flugzeug-Typs, außer natürlich dem Grunau-Baby, von dem es 33 gab. In den folgenden Jahren wurde die Teilnehmerzahl auf 100 begrenzt und die vorher dominierenden Grunau-Babys verschwanden zunehmend aus den Teilnehmerlisten, aber die Zahl von Bussarde stieg bald auf die Hälfte aller Teilnehmer. Der Bussard hatte auch später eine große Popularität in den Vereinen, war er doch eigentlich nicht als Leistungsflugzeug ausgelegt, sondern eher für den preiswerten, problemlosen Segelflug konzipiert. Dazu trug der hohe Rumpf, der einen großen Abstand der Flügelspitzen vom Boden für Start und Landung gewährleistete viel für die Schulungstauglichkeit bei.
 

Oldtimersegler in Holzbauweise ...

 

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